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Häufigste umweltmedizinische Expositionsfaktoren:
31% Biozide (z.B. Schädlingsbekämpfungsmittel
30% Schimmelpilze
28% Amalgam
23% Lösemittel
17% Formaldehyd
Bei 47% der Patienten lag eine Mischexposition vor
Quelle:
Dr.rer.nat. Anke Bauer, Institut f. Toxikologie -Klinikums d. Universität Kiel -Fortschritte der Medizin Nr.28/2000
In der Umweltmedizin arbeiten wir gezielt mit Umweltmedizinern (Spezialausbildungsgang der Ärztekammern) zusammen oder bekommen diese Patienten direkt zur weiteren Abklärung der Wohnraumsituation zugewiesen.
beim Umweltmediziner:
Umweltmedizinisch Belastete sollten möglichst viele Vorbefunde aller Art mitbringen. Die umweltmedizinische Anamnese unserer Ärzte für Umweltmedizin dauern meistens 1-2 Stunden mit den Schwerpunkten: Wohnbereich, Freizeitverhalten, Genussmittelkonsum, Zahnarztbefunde.
Eventuell müssen weitere ärztliche Untersuchungen veranlasst werden. Es folgt eine körperliche Untersuchung und Veranlassung weiterer Laboruntersuchungen und spezieller Analytik. Die Befundbesprechung dauert meist noch mal 1-2 Stunden um die erhobenen Befunde dem Belasteten Menschen mitzuteilen und zu erklären. Daraus folgt das umweltmedizinische Behandlungskonzept und die Besprechung der folgenden umweltmedizinischer Maßnahmen und die Projektierung der notwendigen baubiologischen Untersuchungen und Messungen.
Gegebenenfalls müssen weitere Folgeanamnesen und Laborverlaufskontrollen erarbeitet werden. Umweltmedizinische Leistungen sind oftmals nicht Gegenstand der gesetzlichen Krankenkassen.
Mögliche Symptome umweltmedizinischer Belastungen:
Zusammenstellung von möglichen Symptomenkomplexen als Ausdruck einer Gesundheitsbelastung durch Innenraumbelastung mit Pestiziden, Lösungsmittel und ähnlichen Substanzen:
Schleimhäute:
- Irritation der Nebenhöhlen und Atemwege (z.B. Nasenbluten)
- Irritation des Magen – Darmtraktes
- Irritation der ableitenden Harnwege
Nervensystem:
- Konzentrationsstörungen
- Gedächtnisstörungen
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Störungen psychischer Vorgänge (z.B. depressive Symptome)
- Augenprobleme
- Periphere Nervenstörungen (z.B. verlangsamte NLG)
Immunsystem:
- Allergische Sensibilisierungen (Typ I und Typ IV)
- Dysbalance der Zytokinproduktion in der Zelle
- Autoimmunreaktionen
- Schwächung / oder Überreaktion des Immunsystems
Weitere mögliche allgemeine Symptome:
- Leberbelastung
- Hautveränderungen (z.B. Pigmentierungsstörung)
- Haarausfall
Belastungen des Wohn- und Arbeitsumfeldes:
Gebäude:
- Vorgeschichte des Gebäudes (Altlasten)
- Baujahr
- Dachform, Dachschrägen
- Zeitpunkte der Renovierung
- Um- oder Anbauten
- Bewohnte Geschossebenen
- Souterrainbauweise
- Eventuelle Wasserschäden
- Sichtbarer Schimmelbefall
- Wärmedämmungsmaßnahmen (Zeitpunkt, Technik, Materialien)
- Heizungstechnik
- Standort Garage – Tiefgarage (Entlüftungsschächte)
- Wintergarten
Innenausbau:
- Möglichst genaue Materialangaben von Fußböden und Wänden
- Tapeten, Putz, Holz
- Gipskartonplatten
- Nassräume
Einrichtung:
- Möbel (Herkunft, Alter, Material, Position, etc.
- Textile Oberflächen (Gardinen, Polster, Ziermaterial z.B. Jagttrophäen…)
- Schlafutensilien, besonders Matratzen (Material, Alter, Pflege etc.)
- Pflanzen
- Haustiere (z.B. Toxoplasmose, Flohhalsbänder, Ornithose, etc.)
- Eigenverwendung von „Haushaltschemikalien“
- Elektromagnetische Felder im Schlafbereich
Äußeres Umfeld:
- Lage des Grundstücks im Ort
- Nachbarschaft (Industrie, Agrarwirtschaft, Gärtnerei, Kompostierung, etc.)
- Position von Mülltonnen, Komposthaufen (auch Nachbarschaft)
- Erweitertes Umfeld, besonders in Hauptwindrichtung
- Sichtbare Hochspannungsleitungen (Entfernung Luftlinie)
- Elektrifizierte Eisenbahn / Stadtbahn
- Sendemasten etc.
- Frequentierte Strassen
- Tankstellen
- Chemische Reinigungsbetriebe
Gesundheitliche Auswirkungen
Strahlungen, Felder, Schadstoffe und Mikroorganismen
haben Einfluss auf viele Körperfunktionen:
- Stoffwechsel und Säure- Basen Haushalt
- Zellteilung- und Wachstum
- Funktion des Immunsystems
- Funktion des Hormonsystems
- Funktion des Herz – Kreislauf - Systems
die Zunahme von umweltbedingten Schadstoffen kann
es zu folgenden unerklärlichen Gesundheitsstörungen kommen:
- Schlafstörungen, Müdigkeit, Fatigue Syndrom (FS)
- Migräne und Kopfschmerzen
- Muskel-, Gelenk- und Gliederschmerzen
- Nervosität, Psychosen, Ängste, Depressionen
- Störungen des zentralen Nervensystems (Gehirntumor)
- Hyperaktivität, Lern- und Konzentrationsstörungen
- Hormonelle Störungen, Schwitzen,
- Multiple Chemical Sensitiv Syndrom (MCS)
- sick building Syndrom (Syndrom durch kranke Häuser)
- Allergien, Immunschwäche
- Atemwegserkrankungen, Asthma, Schleimhautreizungen
- Hauterkrankungen, Neurodermitis
Aus umweltanalytischer und umweltmedizinischer Sicht ist
beim auftreten von oben genannten Symptomen, vor allem
wenn mehrer gleichzeitig auftreten, wird dringend angeratenden Umweltmediziner und Baubiologen zu kontaktieren. |